Club, Chronik Teil 1    
     

Den Modelleisenbahn-Club Traunstein e. V. gibt es seit 1988. Am Freitag, den 21. Oktober 1988, trafen sich zehn Modelleisenbahner im Sailer-Keller in Traunstein zu einer ersten Zusammenkunft. Schnell war klar, ein Club sollte gegründet werden.
Viele Hobbyeisenbahner gehen ihrem Steckenpferd „im stillen Kämmerlein” nach. Ein Austausch von Erfahrungen mit Gleichgesinnten findet selten statt. Diesem Umstand sollte nun im Einzugsbereich von Traunstein ein Ende bereitet werden. Lieber ein Miteinander, als nach vielen vergeblichen Versuchen das Gewollte nicht erreicht zu haben.

Die Ziele des Modelleisenbahn-Clubs Traunstein waren klar gesetzt: Beratung und Unterstützung der Mitglieder beim Bau eigener Fahrzeugmodelle und bei der Erstellung eigener Anlagen; Bau und Betrieb einer Gemeinschaftsanlage; Durchführung von Ausstellungen vereins- und mitgliedseigener Modelle und Anlagen; Sammlung von Unterlagen über das Eisenbahnwesen; Durchführung von Fachvorträgen, Studienfahrten und Besichtigungen; Gedankenaustausch und Zusammenarbeit mit anderen Vereinigungen mit gleicher oder ähnlicher Zielsetzung.

Nach Abwicklung der üblichen Formalitäten war der Club bereits am 6. Dezember 1988 beim Amtsgericht Traunstein im Vereinsregister eingetragen.

Der junge Verein traf sich nun regelmäßig zum Clubstammtisch im Sailer-Keller. Hier wurden die vielfältigen Probleme eines Modelleisenbahners deutlich: Mangelnder Platz, geringe Erfahrung bei verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten, kostengünstiges Einkaufen von Modelleisenbahnartikeln, und, und, und…
Der Kontakt zu Modelleisenbahn-Vereinen in der „Nachbarschaft” wurde aufgenommen. So traf man sich mit Kollegen in Rosenheim, Freilassing und Mühldorf. Immer wieder wurden die gleichen Probleme, aber auch Freuden bei diesem Hobby bewußt.
Auch mit der „großen” Bahn beschäftigte sich der Traunsteiner Club. Neben dem allgemeinen Austausch beim Clubstammtisch nahm man auch an Dampflok- und Museumsfahrten im In- und Ausland teil. Hier konnte dann so richtig gefachsimpelt werden. Der Besuch des Eisenbahn- museums in Nürnberg und verschiedener bahntechnischer Einrichtungen sowie die Besichtigung von Modelleisenbahnanlagen in näherer und weiterer Umgebung standen auch auf dem Programm.
Intensives Studium von Fachzeitungen und Fachliteratur prägten die Clubmitglieder in ihrem Tun. Stand am Anfang nur die Freude an der Eisenbahn und das Spiel damit im Vordergrund, entwickelte sich nun ein fachspezifisches Denken. Man befaßte sich mit den verschiedenen Zeitepochen, den unterschiedlichen Antriebsarten Dampf, Diesel und Strom, betrachtete die jeweiligen Baureihen mit ihren Vorzügen und Nachteilen und ließ auch das notwendige Modell- bahnzubehör nicht außer acht.

Einige Clubmitglieder kannten schon verschiedene Tauschbörsen im Münchener Raum und Rosenheim. Auf diesen Börsen werden, wie auch bei anderen Fachgebieten (Briefmarken, Mineralien usw.) Modellbahnartikel konzentriert zum Tausch bzw. Kauf angeboten. Hier trifft sich das Fach- publikum der Modellbahner. Sowohl für den Spielbahner als auch für den anspruchsvollen Sammler ist auf solchen Tauschbörsen etwas dabei. Vom stark beanspruchten Waggon, der seinen Weg durch viele Kinderhände gefunden hat, bis hin zum liebevoll restaurierten und ge- pflegten Lokomotivmodell, das jedes Sammlerherz höherschlagen läßt, reicht die Palette des Angebots. Auch Schienen, Häuser, Figuren, Signale, Autos, Bäume und vieles mehr ist auf solchen Börsen zu finden. Und das nicht nur in der bekanntesten Spurweite H0 (H-Null), sondern auch in den anderen Spurweiten Z, N, I, H0e und H0m sowie Gartenbahn und Sondergrößen. Auch die verschiedenen Stromsysteme Wechselstrom und Gleichstrom sind vertreten. Wechselstrommodelle sind auf Gleichstrom umgebaut worden und Gleichstromlokomotiven sind für den Wechselstrombetrieb verändert worden. Nicht selten findet man auch Eisenbahnmodelle, die beim einschlägigen Fachhandel nie angeboten wurden. Es sind Eigenbauten oder Umbauten, die von der Modelleisenbahnindustrie noch nicht entwickelt wurden. Immer wieder ist zu bewundern mit welchem Geschick hier vorgegangen wurde.

Da es im Raum Traunstein keine solchen Tauschbörsen gab, erkannte hier der Modelleisenbahn-Club Traunstein eine Lücke und beschloß diese in eigener Regie zu füllen. Ein Saal wurde ange- mietet, Plakate gedruckt, Inserate in Zeitungen geschaltet und die Medien von dem Vorhaben unterrichtet, daß der Traunsteiner Modelleisenbahn-Club seine 1. Tauschbörse veranstalten wolle.
Am Sonntag, den 5. März 1989, wenige Monate nach seiner Gründungsversammlung, war es dann soweit. Die Hobbyeisenbahner kamen aus nah und fern, um sich über das Traunsteiner Angebot zu informieren. Aus Gesprächen mit den Besuchern und Ausstellern erfuhr der Traunsteiner Club, daß es lange an der Zeit war, eine solche Tauschbörse auch in Traunstein zu veranstalten.

Der überraschend große Erfolg und Zuspruch veranlaßte nun den Traunsteiner Modelleisenbahn-Club diese Tauschbörse zu einer festen Einrichtung im Clubleben werden zu lassen. Zweimal im Jahr wird die Börse in den weiteren Jahren stattfinden; einmal im Frühjahr und einmal vor Weihnachten.
Anfänglich wurden die Tauschbörsen in Traunstein noch von einem Rahmenprogramm begleitet. So wurden Filme gezeigt und Modelleisenbahnen und Anlagen ausgestellt. Doch die große Nachfrage von seiten der Aussteller läßt mittlerweile dafür keiner Platz mehr. Auch mußten weitere Räume für die Tauschbörsen dazugemietet werden, um den Anforderungen gerecht zu werden.

Die Tauschbörse des Traunsteiner Clubs findet seit 1998 in der großen Franz-Eyrich-Halle am Karl-Theodor-Platz in Traunstein statt. Dort finden Aussteller und Besucher genügend Platz. Auch Parkplätze sind genügend vorhanden.

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Die Clubarbeit der Traunsteiner Modelleisenbahner bezieht sich aber nicht nur auf die Durchführung von Tauschbörsen. Da der Club es sehr schwer hat eigene Räume zum Aufbau einer clubeigenen Modelleisenbahn- anlage zu bekommen, engagierte man sich in der Entwicklung und im Bau von einer Eisenbahnanlage in Modulbauweise. Die Modellbahn besteht aus einzelnen trans- portablen Teilen, die von den einzelnen Clubmitgliedern gebaut wurden und deren Eigentum sind. Verschiedene Clubmit- glieder haben zwischenzeitlich schon ihr zweites, drittes und viertes Modul fertig und planen bereits an weiteren Teilen. So wuchs die Modellbahnanlage im Laufe der Zeit auf eine beachtliche Länge. Im Herbst 1994 wurde diese Modellbahnanlage zusammen mit Ausstellungsstücken befreundeter Clubs und Privatpersonen erstmals der Traunsteiner Bevölkerung vorgestellt. Der großartige Besucherandrang bei dieser Ausstellung und der inzwischen weitere Baufortschritt veranlaßte den Traunsteiner Modelleisenbahn-Club auch im Herbst 1996, aber diesmal über ein ganzes Wochenende, seine Modelleisenbahnanlage der Bevölker- ung zugänglich zu machen.
Mit seinen Modulen ist der Modelleisenbahn-Club auch schon mehrmals auf große Tour gegangen. Bei den auswärtigen Veran- staltungen wurde dem Traunsteiner Club vom fachkundigen Publikum große Anerkennung zuteil. Interessiert und erfreut betrachteten die Besucher, was die Modelleisenbahner aus Traunstein mit mehreren Lieferwagen gebracht hatten.
Aus einer engen Zusammenarbeit mit dem Modell- eisenbahn-Club Eggenfelden-Rottal e. V. ist inzwischen eine schöne Freundschaft entstanden. Neben der Geselligkeit wird auch viel Erfahrung miteinander ausgetauscht. Ähnliche Kontakte gibt es auch zu den Modelleisenbahnfreunden Chiemgau und anderen Vereinen.

Die anfängliche Raumnot konnte der Club im Frühjahr 1995 mit der Anmietung von Räumen in Ruhpolding beenden. Hier finden sich die Mitglieder zusammen, um gemein- sam an ihren Modelleisenbahnmodulen zu bauen und sich gegenseitig bei der Bewältigung von handwerklichen und ge- stalterischen Problemen zu helfen. Leider läßt es die Größe der Räume nicht zu, eine Modelleisenbahnanlage fest zu installieren.

Am 3. und 4. Oktober 1998 feierte der Modelleisenbahn-Club in der Traunsteiner Franz-Eyrich-Halle beim Karl-Theodor-Platz sein 10jähriges Bestehen. Anlaß genug, daraus ein großes Fest werden zu lassen. Der Club zeigte den über 2.500 Besuchern, wie man sich in seiner Arbeit weiterentwickelt hatte. Etliche Modulteile waren seit der letzten Vorführung in Traunstein dazu- gekommen, bestehende Teile verbessert worden und die gesamte Anlage auf digi- talen Betrieb umgestellt worden. Was in gemeinschaftlicher Arbeit geschaffen wurde, zeigten die Modelleisenbahner, unter der Leitung des Vorsitzenden Lothar Thybussek, mit dem neugeschaffenen Bahnhof „Bad Traunbrunn”. Das über vier Meter lange Bahnhofsgelände ist eine lang gewünschte Ergänzung zu den bereits vorhandenen Modulen. Aber auch das von einem Mitglied geschaffene Bahnbetriebswerk „Bw Traunbrunn” darf nicht unerwähnt bleiben. Nach getaner Arbeit werden hier die Dampflokomotiven wieder betriebsfertig gemacht, u. a. Schlacke und Asche entfernt, Vorräte von Wasser und Kohle erneuert und zum Schluß die Lokomotive gedreht und im Ringlok- schuppen bis zum nächsten Einsatz abgestellt. Ein Traunsteiner Clubmitglied glänzte mit einem Nachbau des Bahnhof Ruhpolding, wie er um die Jahrhundert- wende aussah. Etwas besonderes hatte sich der Modelleisenbahn-Club Traunstein
e. V. zum Jubiläum noch einfallen lassen. Auf einer mit Fahrrädern angetriebenen Modell- bahn-Rennstrecke konnten Sportliche ihre Kräfte messen. Schöne Tagespreise waren zu gewinnen.
Aber auch die Modellbahner aus Eggenfelden wollten die Besucher mit etwas Neuem überraschen. Sie zeigten einen Nachbau des Eggenfeldener Bahnhofs. Die Modellbahnfreunde Chiemgau haben ihre bereits vor Jahren bei einer früheren Ausstellung gezeigte Lokalbahn Prien Aschau erweitert und präsentieren den Traunsteinern den aktuellen Stand. Ferner gab es einige sehenswerte Dioramen, Handarbeitsmodelle und Kleinanlagen. Für die Kinder gab es im Freien eine mit Wasser und Kohle betriebene Kleinbahn, auf der sie mitfahren konnten.
So war für jeden etwas dabei, und der Traunsteiner Club wurde für die vielen Vorbereitungen mit einem regen Zuschauer- interesse belohnt.

Das Veranstaltungsjahr 2000 des Modelleisenbahnclubs Traunstein ist so reich gespickt, wie noch nie. Neben den traditionellen zwei Tauschbörsen stellt der Club seine Modellbahnanlage in diesem Jahr insgesamt viermal aus. Im März nahm man auf Einladung des Modellbau-Club Traunstein an dessen Ausstellung teil. Im April lud der Gewerbeverein Grassau die Modelleisenbahner mit ihren Modulen für ein Wochenende ins Achental ein. Ende September fuhr der Club mit „Sack und Pack” für ein Wochenende nach Ostermieting in Österreich und zeigte dort dem Publikum seine H0-Wechselstrom-Anlage.
Und am 2./3. Dezember 2000 veranstaltet der kleine, aber rege Club nach zwei Jahren wieder in Traunstein eine Ausstellung. Neben der inzwischen wieder verbesserten und gewachsenen H0-Modelleisenbahn-Anlage sind eine Spur-1-Anlage, der Nachbau des ehemaligen Reit im Winkler Bahnhofs, der Ruhpoldinger Bahnhof um die Jahrhundertwende und einige Dioramen zu sehen. Für die Kinder gibt es wieder „Echtdampf” zum Mitfahren bei einer Außenanlage.

Die Zeit zwischen den Ausstellungen nutzt der aktive Club für Verbesserungen an seiner Modulanlage. Auch kommen immer wieder neue Modulteile dazu, die dann auf der nächsten Ausstellung präsentiert werden.

Der Club erhofft sich ein reges Interesse an seiner Arbeit und freut sich auf alle kleinen und großen Besucher.

     
   
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